Demag Cranes mit erwartet verhaltenem Start ins Geschäftsjahr 2009/2010 – Negative Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin spürbar

Düsseldorf,   09. Februar 2010

  • Konzernkennzahlen auf erwartet niedrigem Niveau
  • Bilanz weiter gestärkt
  • Zentralisierung vor Abschluss – Konzernintegration im Gange
  • Unveränderter Ausblick für das Geschäftsjahr 2009/2010

Auch das erste Quartal des Geschäftsjahres 2009/2010 der Demag Cranes AG stand erwartungsgemäß weiterhin unter dem negativen Einfluss der Wirtschafts- und Finanzkrise. Zwar scheint der geschäftliche Rückgang erst einmal gebremst, aber dennoch bewegt sich das geschäftliche Volumen nach wie vor deutlich unter den Niveaus des Rekordgeschäftsjahres 2007/2008 und auch unter denen des ersten Geschäftsquartals 2008/2009. In diesem war der Konzern durch den spätzyklischen Geschäftsverlauf des umsatzstärksten Segments Industriekrane noch nicht in vollem Umfang von den Kriseneffekten betroffen. Entsprechend waren in der Berichtsperiode im Vergleich zu den Vorjahreswerten deutliche Rückgänge bei den wichtigsten Konzernkennzahlen Auftragseingang, Umsatz und operatives EBIT zu verzeichnen. Der Vorstandsvorsitzende der Demag Cranes AG, Aloysius Rauen, betont: „Wir verzeichnen Stabilisierungstendenzen auf immer noch niedrigem Niveau. Ein Ende der schwachen Nachfrage in vielen wichtigen Märkten ist aber weiterhin noch nicht absehbar.“

Konzernauftragseingang weiterhin auf niedrigem Niveau

Im ersten Geschäftsquartal 2009/2010 erzielte der Demag Cranes Konzern einen Auftragseingang in Höhe von 184,5 Mio. EUR. Bedingt durch die allgemein schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lag dieser Wert 34,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der Auftragsbestand belief sich per 31. Dezember 2009 auf 297,3 Mio. EUR. Der vergleichbare Wert des Vorjahres betrug 488,1 Mio. EUR.

Im Segment Industriekrane sank der Auftragseingang auf 86,5 Mio. EUR (erstes Quartal 2008/2009: 150,4 Mio. EUR). Dieser deutliche Rückgang erklärt sich insbesondere durch den spätzyklischen Verlauf des Industriekrangeschäfts. Da im ersten Quartal des Vorjahres die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in diesem Segment noch nicht zu spüren waren, wurden im Periodenvergleich sehr hohe Auftragseingänge erzielt. Im Berichtszeitraum des laufenden Geschäftsjahres reagierten unsere Kunden im Hinblick auf Investitionsentscheidungen der Krisensituation entsprechend weiterhin sehr zurückhaltend. Erfreulich ist jedoch, dass der Auftragseingang im ersten Quartal 2009/2010 mit 86,5 Mio. EUR wieder über dem Wert des vierten Quartals 2008/2009 von 77,0 Mio. EUR lag. Inwiefern es sich bei dem Anstieg des Auftragseingangs um einen nachhaltigen Trend handelt, bleibt abzuwarten. Der Auftragsbestand im Segment Industriekrane lag zum 31. Dezember 2009 bei 182,2 Mio. EUR (31. Dezember 2008: 336,2 Mio. EUR).

Das nach wie vor geringe internationale Frachtgeschäft und der überproportionale Rückgang des Weitertransports von Containern kennzeichneten die Auftragslage auch im ersten Quartal 2009/2010 im Segment Hafentechnologie. Der Auftragseingang sank im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres um 24,8 Prozent auf 30,4 Mio. EUR. Aufgrund der Verzögerung der Vergabeentscheidungen bei Hafengroßprojekten und der weiteren Investitionszurückhaltung unserer Schlüsselkunden enthielt der Auftragseingang – im Gegensatz zum ersten Geschäftsquartal 2008/2009 – kein Geschäft mit unseren automatisierten Produkten Automated Guided Vehicles (AGV) und Automated Stacking Cranes (ASC). Der Auftragsbestand lag per 31. Dezember 2009 bei 62,0 Mio. EUR (31. Dezember 2008: 97,6 Mio. EUR).

Auch im Segment Services entwickelte sich die Auftragslage im Vergleich zum ersten Quartal 2008/2009 rückläufig. Mit 67,5 Mio. EUR lag der Auftragseingang 25,3 Prozent unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres, in dem sich die Wirtschaftskrise im Segment Services ebenfalls noch nicht bemerkbar gemacht hatte. Jedoch im Vergleich zum vierten Quartal 2008/2009 (65,4 Mio. EUR) verbesserte sich die Auftragslage nochmals leicht. Insgesamt deutet sich auch im Segment Services eine Stabilisierung der Aufträge an, deren Nachhaltigkeit ebenfalls noch abzuwarten bleibt. Der Auftragsbestand im Segment Services belief sich zum 31. Dezember 2009 auf 53,1 Mio. EUR (31. Dezember 2008: 54,3 Mio. EUR).

Konzernumsatz folgt der schwachen Nachfrage: Segmente unterschiedlich betroffen

Die Konzernumsatzerlöse gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31,2 Prozent auf 208,6 Mio. EUR zurück. Dabei waren die Segmente in unterschiedlichem Ausmaß betroffen:

Im Segment Industriekrane verringerte sich der Umsatz um 30,6 Prozent auf 106,5 Mio. EUR. In der Berichtsperiode spiegelte sich die schwache Auftragslage im Neugeschäft aus den Vorquartalen erstmals stärker in der Umsatzentwicklung wider.

Der Umsatz im Segment Hafentechnologie ging im Vergleich zum ersten Quartal 2008/2009 auf 37,9 Mio. EUR zurück. Da in diesem Segment generell deutlich mehr Projektgeschäft abgewickelt wird als in den anderen beiden Segmenten, waren insbesondere hier die Folgen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Die generierten Umsatzerlöse resultierten im Wesentlichen aus dem Absatz unserer Hafenmobilkrane. Wie bereits bei der Auftragsentwicklung beschrieben, blieb im Berichtszeitraum das Systemgeschäft und damit verbunden das Geschäft mit unseren automatisierten Produkten fast vollständig aus.

Im Segment Services lag der Umsatz mit 64,2 Mio. EUR um 24,7 Prozent unter dem Vergleichswert vom ersten Quartal 2008/2009. Infolge der vergleichsweise geringeren Nutzung der Krananlagen bei unseren Kunden sank die Nachfrage nach unseren umsatz- und margenstärkeren Ersatzteilen.

Operatives Konzern-EBIT zwar unter Vorjahr, aber Stabilisierung erkennbar

Im ersten Quartal 2009/2010 betrug das operative Konzern-EBIT 9,2 Mio. EUR, während es im Berichtszeitraum des Vorjahres bei 30,5 Mio. EUR lag. Der Rückgang resultierte zum einen aus einer deutlich niedrigeren Auslastung aufgrund geringerer Auftragsvolumina sowie Verschiebungen im Produktmix im Segment Industriekrane.

Im Segment Industriekrane reduzierte sich das operative EBIT im ersten Quartal 2009/2010 verglichen mit dem Vorjahr um 11,3 Mio. EUR auf 2,0 Mio. EUR. Ursächlich für die Verschlechterung waren der niedrigere Umsatz sowie Verschiebungen im Produktmix, da wir im Wesentlichen nach wie vor unseren Auftragsbestand aus dem Vorjahr an Prozesskranen abarbeiten und das margenstärkere Komponentengeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark rückläufig war.

Im Berichtszeitraum sank das operative EBIT im Vergleich zum ersten Quartal 2008/2009 im Segment Hafentechnologie von 1,6 Mio. EUR auf minus 2,6 Mio. EUR. Hauptgrund für den Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr war der verminderte Umsatz bedingt durch die wirtschaftlich schwierige Situation im internationalen Container- und Schüttgutgeschäft sowie wirtschaftlicher Probleme der Hafenbetreiber. Verglichen mit dem vierten Quartal 2008/2009 verbesserte sich das operative EBIT in der Berichtsperiode trotz eines geringeren Umsatzes leicht. Hier machten sich erste positive Effekte aus dem Restrukturierungsprogramm bemerkbar.

Im Segment Services ging das operative EBIT um 6,7 Mio. EUR auf 11,7 Mio. EUR zurück. Auch im ersten Quartal 2009/2010 wurden infolge der geringeren Kranauslastung bei unseren Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger Ersatzteile verkauft. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008/2009 war die operative EBIT-Marge erwartungsgemäß wieder rückläufig. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen, dass im vierten Quartal 2008/2009 viele unserer Kunden ihr Ersatzteillager wie üblich wieder aufgebaut und gerade im Rahmen ihrer Werksferien verstärkt Servicedienstleistungen nachgefragt haben.

Bilanz weiter gestärkt

Auch im ersten Geschäftsquartal 2009/2010 konnten wir einen positiven freien Cashflow generieren. Die Nettofinanzverbindlichkeiten verringerten sich zum Ende des ersten Geschäftsquartals (31. Dezember 2009) im Vergleich zum Stichtag 30. September 2009 um 5,3 Mio. EUR auf 1,0 Mio. EUR. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 6,1 Mio. EUR auf 109,8 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote stieg im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2008/2009 auf 29,4 Prozent (30. September 2009: 27,8 Prozent).

Zentralisierung vor Abschluss – Konzernintegration im Gange

Im Hinblick auf die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen wird die Zentralisierung der so genannten Shared-Services-Bereiche wie z. B. IT, Personal oder Einkauf in den nächsten Wochen abgeschlossen. Damit wird ein wichtiger Meilenstein im laufenden Prozess der Konzernintegration termingerecht gesetzt. Wie angekündigt werden darüber hinaus aktuell im Rahmen einer nächsten Integrationsstufe die operativen Bereiche im Konzern ebenfalls gebündelt, um Kundenorientierung und Effizienz weiter zu steigern.

Geschäftsjahr 2009/2010: Keine Veränderung beim Ausblick

Der Vorstand bestätigt unter Berücksichtigung der bestehenden Unsicherheiten des Marktumfelds den im Rahmen der Bilanzvorlage 2008/2009 abgegebenen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Danach erwartet das Gremium, dass die Umsatzentwicklung gegenüber dem Geschäftsjahr 2008/2009 rückläufig sein wird und geht von einer operativen Konzern-EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich für das gesamte Geschäftsjahr 2009/2010 aus. Vorstandschef Rauen unterstreicht: „Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr frühzeitig und konsequent auf die Wirtschafts- und Finanzkrise reagiert. Mit den eingeleiteten Maßnahmen zur Konzernintegration und Restrukturierung erhöhen wir die Effizienz im Konzern und unsere Wettbewerbsfähigkeit.“

Über die Demag Cranes AG

Die Demag Cranes AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen und Krankomponenten, Hafenkranen und Technologien zur Hafenautomatisierung. Services, insbesondere Instandhaltung und Modernisierung, sind ein weiteres Kernelement des Leistungsspektrums. Der Konzern ist in die Geschäftssegmente Industriekrane, Hafentechnologie und Services gegliedert und verfügt mit Demag und Gottwald über starke und etablierte Marken. Demag Cranes sieht seine Kernkompetenz in der Entwicklung und Konstruktion technisch anspruchsvoller Krane und Hebezeuge sowie von automatisierten Transport- und Logistiksystemen in Häfen, der Erbringung von Serviceleistungen für diese Produkte und der Fertigung hochwertiger Komponenten.

Als globaler Anbieter produziert Demag Cranes in 16 Ländern auf fünf Kontinenten und betreibt über Tochtergesellschaften, Vertretungen und ein Joint Venture ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz mit Präsenz in mehr als 60 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008/2009 erwirtschafteten 5.934 Mitarbeiter einen Umsatz von 1.047,6 Mio. EUR. Die Demag Cranes Aktie (WKN: DCAG01) ist seit Ende Juni 2006 im Prime Standard der Deutschen Börse an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und unter anderem im MDAX®-Aktienindex gelistet.

Demag Cranes. We Can Handle It.


 

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