Demag Cranes mit krisenbedingtem Umsatz- und Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr 2008/2009 – Konzern nach Restrukturierung gut gerüstet

Düsseldorf,   08. Dezember 2009

  • Konzernauftragseingang fällt um 36,4 Prozent
  • Konzernumsatz erreicht mit 1.047,6 Mio. EUR Prognose (1,0 bis 1,1 Mrd. EUR) und liegt 14,5 Prozent unter Vorjahr
  • Operatives Konzern-EBIT übertrifft mit 67,6 Mio. EUR Prognose (55,0 bis 65,0 Mio. EUR) leicht und fällt um 50,8 Prozent gegenüber Vorjahr
  • Deutlicher Rückgang beim Ergebnis nach Steuern wegen Restrukturierungsrückstellungen: Keine Dividende vorgesehen
  • Nettoverschuldung fast vollständig zurückgeführt
  • Restrukturierungsverhandlungen abgeschlossen – Konzernintegration im Gange

Das Geschäftsjahr 2008/2009 der Demag Cranes AG war geprägt von den negativen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die resultierende Abkühlung der Weltwirtschaft bremste die Investitionsbereitschaft unserer Kunden auf globaler Ebene. Davon waren insbesondere die produzierenden Segmente Industriekrane und Hafentechnologie betroffen. Der Konzernauftragseingang ging infolgedessen um 36,4 Prozent zurück. Dank eines guten Auftragspolsters aus dem Rekordgeschäftsjahr 2007/2008 konnten wir beim Konzernumsatz den Rückgang abfedern und lagen 14,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das am Ende des dritten Quartals gesetzte Umsatzziel von 1,0 bis 1,1 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2008/2009 haben wir mit einem Umsatz von 1.047,6 Mio. EUR erreicht. Aufgrund der niedrigen Auslastung der Fertigungsstätten bei laufenden Fixkosten lag das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Mit einem operativen Konzern-EBIT von 67,6 Mio. EUR konnte der Zielkorridor leicht übertroffen werden (Prognose Ende drittes Quartal: 55,0  bis 65,0 Mio. EUR). Durch den konsequenten Fokus auf Cash- und Working-Capital-Management haben wir auch im Krisengeschäftsjahr 2008/2009 einen positiven freien Cashflow erwirtschaftet und die Nettoverschuldung fast vollständig zurückgeführt. Der Vorstandsvorsitzende der Demag Cranes AG, Aloysius Rauen, fasst zusammen: „Das Geschäftsjahr 2008/2009 war ein Krisenjahr mit einschneidenden Folgen für unsere Geschäftsentwicklung und unsere Belegschaft. Durch die frühzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen haben wir die Voraussetzung für die wirtschaftliche und finanzielle Zukunftssicherung des Konzerns geschaffen und unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht.“

Konzernauftragseingang fällt um 36,4 Prozent

Im Geschäftsjahr 2008/2009 erzielte der Demag Cranes Konzern einen Auftragseingang in Höhe von 841,9 Mio. EUR. Bedingt durch den allgemeinen Nachfragerückgang lag dieser Wert 36,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der Auftragsbestand belief sich per 30. September 2009 auf 313,1 Mio. EUR. Der vergleichbare Wert des Vorjahres betrug 523,5 Mio. EUR.

Im Segment Industriekrane sank der Auftragseingang aufgrund der geringen Investitionsbereitschaft der Kunden. Investitionsentscheidungen wurden vielfach zeitlich verschoben. Im Vorjahresvergleich reduzierte sich der Auftragseingang um 40,8 Prozent auf 397,9 Mio. EUR. Der Auftragsbestand im Segment Industriekrane lag zum 30. September 2009 bei 197,7 Mio. EUR (Vorjahr: 350,4 Mio. EUR). Im Segment Hafentechnologie führte der starke Einbruch im internationalen Frachtgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem deutlich niedrigeren Auftragseingang. Dieser sank im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007/2008 um 52,1 Prozent auf 151,8 Mio. EUR. Von der negativen Entwicklung waren alle Produktlinien betroffen. Erst zum Geschäftsjahresende stabilisierte sich der Auftragseingang bei Hafenmobilkranen auf einem niedrigen Niveau. Der Auftragsbestand lag per 30. September 2009 bei 69,4 Mio. EUR (Vorjahr: 121,7 Mio. EUR). Auch im Segment Services mussten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nachfragerückgang bei unseren Produkten und Dienstleistungen hinnehmen. Der Auftragseingang verminderte sich um 12,7 Prozent auf 292,1 Mio. EUR. Besonders betroffen war dabei das Ersatzteilgeschäft. Der Auftragsbestand im Segment Services belief sich zum 30. September 2009 auf 46,0 Mio. EUR (Vorjahr: 51,4 Mio. EUR).

Konzernumsatz geht um 14,5 Prozent zurück

Bedingt durch die schwache Auftragslage gingen auch die Umsätze im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007/2008 zwar zurück, auf Basis eines guten Auftragspolsters aus dem Rekordgeschäftsjahr 2007/2008 konnte der Rückgang allerdings abgefedert werden. Auf Konzernebene reduzierte sich der Umsatz im Vorjahresvergleich um 14,5 Prozent. In regionaler Hinsicht mussten wir in fast allen Regionen Umsatzreduzierungen hinnehmen. Allerdings fiel der Rückgang in den aufstrebenden Märkten mit 9,4 Prozent deutlich geringer aus als in den etablierten Märkten. Dort verbuchten wir einen Rückgang von 16,9 Prozent.

Die Geschäftssegmente waren in unterschiedlicher Form vom Umsatzrückgang betroffen: Im Segment Industriekrane fiel der Umsatzrückgang mit 4,4 Prozent auf 545,8 Mio. EUR aufgrund gut gefüllten Auftragsbuchs deutlich geringer aus als in den beiden anderen Segmenten. Die wesentlichen Umsatztreiber waren dabei Standard- und Prozesskrane. Während der Auftragseingang für diese Krane teilweise in das Geschäftsjahr 2007/2008 fiel, wurden diese nach einer durchschnittlichen Fertigungszeit von sechs bis zwölf Monaten im Geschäftsjahr 2008/2009 an die Kunden ausgeliefert und als Umsatz realisiert. Im Segment Hafentechnologie reduzierte sich der Umsatz um 37,3 Prozent auf 204,0 Mio. EUR. Da in diesem Segment deutlich mehr Projektgeschäft abgewickelt wird als in den anderen beiden Segmenten, waren die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise hier besonders einschneidend. Auch wenn sich die Auftragslage gegen Ende des Geschäftsjahres wieder auf niedrigem Niveau stabilisiert hat, konnten die stark rückläufigen Umsätze im zweiten und dritten Quartal nicht kompensiert werden. Der Umsatz des Segments Services ging um 9,5 Prozent auf 297,7 Mio. EUR zurück. Infolge geringerer Nutzung der Krananlagen bei unseren Kunden sank auch die Nachfrage nach unseren umsatz- und margenstärkeren Ersatzteilen. Diese Entwicklung wurde im dritten Quartal 2008/2009 besonders deutlich. Zum Ende des Geschäftsjahres stabilisierte sich die Nachfragesituation wieder.

Operatives Konzern-EBIT sinkt um 50,8 Prozent

Das operative EBIT betrug im Geschäftsjahr 2008/2009 67,6 Mio. EUR nach 137,5 Mio. EUR im Vorjahr.

Im Segment Industriekrane sank das operative EBIT im Geschäftsjahr 2008/2009 um 37,8 Prozent auf 29,7 Mio. EUR. Da wir im Geschäftsjahr 2007/2008 einen überdurchschnittlich hohen Auftragseingang an margenschwächeren Prozesskranen generiert haben, die nach einer durchschnittlichen Produktionszeit von zirka zwölf Monaten an unsere Kunden ausgeliefert werden, kam es zu einer weiteren Verschiebung im Produktmix des Segments. Neben der Unterauslastung unserer Fabriken wirkte sich diese Verschiebung negativ auf die operative EBIT-Marge aus. Diese lag bei 5,4 Prozent. Im Segment Hafentechnologie sank das operative EBIT im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007/2008 deutlich. Hauptgründe für den Ergebnisrückgang um 36,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert sind der verminderte Umsatz sowie deutliche Produktionsreduzierungen, die zu einer geringen Auslastung in der Fabrik führten – beides bedingt durch die wirtschaftlich schwierige Situation in den Häfen. Im Segment Services wurden infolge der geringeren Kranauslastung bei unseren Kunden weniger Ersatzteile verkauft. Daraus resultierte ein um 15,2 Mio. EUR geringeres operatives EBIT als im Vorjahr. Die operative EBIT-Marge für das Geschäftsjahr 2008/2009 lag trotz des negativen Geschäftsumfeldes mit 20,2 Prozent im Rahmen unserer mittelfristigen Margenerwartung.

Deutlicher Rückgang beim Ergebnis nach Steuern: Keine Dividende vorgesehen

Durch die negativen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die gebuchten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 49,1 Mio. EUR ging das Ergebnis nach Steuern deutlich auf 1,2 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 80,8 Mio. EUR). Das Ergebnis pro Aktie (EPS) beträgt damit 0,04 EUR nach 3,79 EUR im vorangegangenen Geschäftsjahr. Vorstand und Aufsichtsrat sind vor diesem Hintergrund zu dem gemeinsamen Entschluss gekommen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Dividende vorzuschlagen. Diese Entscheidung ist auch unter Berücksichtigung der weiterhin schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen worden. Grundsätzlich sollen in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zukünftig dann wieder attraktive Dividenden ausgeschüttet werden.

Nettoverschuldung fast vollständig zurückgeführt

Durch ein konsequentes und nachhaltiges Finanzmanagement ist der Demag Cranes Konzern bilanziell gut aufgestellt. Dies ist insbesondere das Resultat eines kontinuierlichen Schwerpunkts auf Cash- und Working-Capital-Management in den letzten Jahren. So wurde auch im Krisengeschäftsjahr 2008/2009 ein positiver freier Cashflow erwirtschaftet und die Nettoverschuldung fast vollständig auf 6,3 Mio. EUR (Vorjahr: 18,4 Mio. EUR) – trotz einer Rekord-Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2007/2008 von rund 30 Mio. EUR – zurückgeführt.

Restrukturierungsverhandlungen abgeschlossen – Konzernintegration im Gange

Nach dem Abschluss der Verhandlungen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms werden nun auch die notwendigen Schritte zur Effizienzsteigerung in den Segmenten Industriekrane und Services umgesetzt. Darüber hinaus vollzieht der Vorstand die bereits angekündigte Zielsetzung, die gesamte Organisation weiter zu integrieren und unter anderem über so genannte Shared-Services-Bereiche wie z. B. IT, Personal oder Einkauf gruppeneinheitlich zu steuern. Im Sinne einer nächsten Integrationsstufe werden nun die operativen Bereiche im Konzern ebenfalls gebündelt, um Kundenorientierung und Effizienz weiter zu steigern. Dabei setzt der Vorstand auf klare Führungsstrukturen und Zuständigkeiten innerhalb der Organisation, die schnelle und zielgerichtete Entscheidungen nicht nur teamorientiert fordern, sondern auch den Mitarbeitern transparent machen.

Geschäftsjahr 2009/2010: Einstellige operative EBIT-Marge bei weniger Umsatz erwartet

Unter Berücksichtigung der bestehenden Unsicherheiten des Marktumfelds geht der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass die Umsatzentwicklung gegenüber dem Geschäftsjahr 2008/2009 rückläufig sein wird. Dies liegt nicht zuletzt an dem deutlich niedrigeren Auftragsbestand im Segment Industriekrane zum 01. Oktober 2009 im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere bei den Prozess- und Standardkranen. Der Vorstand erwartet auch im Geschäftsjahr 2009/2010 eine operative Konzern-EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Insgesamt betrachtet, verfügt der Demag Cranes Konzern über eine solide finanzielle Basis. Zudem sind wir in den wichtigen Märkten schon heute gut positioniert. Mit den konsequent eingeleiteten Maßnahmen zur Konzernintegration und Restrukturierung sind wir überzeugt, den Konzern nicht nur durch die Krise zu führen, sondern insbesondere auch wettbewerbsfähiger für die Zukunft zu machen.

Über die Demag Cranes AG

Die Demag Cranes AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen und Krankomponenten, Hafenkranen und Technologien zur Hafenautomatisierung. Services, insbesondere Instandhaltung und Modernisierung, sind ein weiteres Kernelement des Leistungsspektrums. Der Konzern ist in die Geschäftssegmente Industriekrane, Hafentechnologie und Services gegliedert und verfügt mit Demag und Gottwald über starke und etablierte Marken. Demag Cranes sieht seine Kernkompetenz in der Entwicklung und Konstruktion technisch anspruchsvoller Krane und Hebezeuge sowie von automatisierten Transport- und Logistiksystemen in Häfen, der Erbringung von Serviceleistungen für diese Produkte und der Fertigung hochwertiger Komponenten.

Als globaler Anbieter produziert Demag Cranes in 16 Ländern auf fünf Kontinenten und betreibt über Tochtergesellschaften, Vertretungen und ein Joint Venture ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz mit Präsenz in mehr als 60 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008/2009 erwirtschafteten 5.934 Mitarbeiter einen Umsatz von 1.047,6 Mio. EUR. Die Demag Cranes Aktie (WKN: DCAG01) ist seit Ende Juni 2006 im Prime Standard der Deutschen Börse an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und unter anderem im MDAX®-Aktienindex gelistet.

Demag Cranes. We Can Handle It.


 

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