Demag Cranes: Wirtschaftskrise führt zu Geschäftsrückgang im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 – Konzern finanziell gut aufgestellt

Düsseldorf,   05. Mai 2009

  • Wirtschaftliches Umfeld stark verschlechtert – Segmente unterschiedlich betroffen
  • Auftragslage: Konzernauftragseingang fällt im zweiten Quartal um 43,2 Prozent; im Halbjahr um 25,7 Prozent
  • Konzernumsatz im Halbjahr nahezu konstant – leichter Rückgang im zweiten Quartal
  • Operatives Konzern-EBIT sinkt um 43,3 Prozent im zweiten Quartal; im Halbjahr um 22,2 Prozent
  • Konzern bis Juni 2011 voll durchfinanziert – Cashflow im zweiten Quartal finanziert Dividende
  • Ausblick: Umfeld anhaltend kritisch erwartet – Vorstand prüft aktuell weitergehende Maßnahmen, die zu Aufwendungen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe führen können

Die sich verschärfende Wirtschaftskrise hat den Geschäftsverlauf der Demag Cranes AG im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 wie erwartet negativ beeinflusst. Insbesondere der Konzernauftragseingang litt unter der wachsenden Investitionszurückhaltung auf den Weltmärkten. Demgegenüber ist der Konzern finanziell gut aufgestellt. Im zweiten Quartal konnte über den Cashflow die erhöhte Dividendenausschüttung für das Rekordjahr 2007/2008 fast vollständig finanziert werden.

Wirtschaftliches Umfeld stark verschlechtert
Die Entwicklung der Weltwirtschaft präsentierte sich auch im ersten Kalenderquartal 2009 weiter negativ. Die Volkswirtschaften Nordamerikas und Westeuropas stecken in der schwersten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Auch das ifo-Weltwirtschaftsklima verschlechterte sich im ersten Quartal 2009 nochmals: Der Indikator fiel auf einen neuen historischen Tiefstand, wobei der Rückgang des Indikators ausschließlich aus der ungünstigeren Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage resultiert. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in der schwersten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik. Im Sog der globalen Wirtschaftskrise stürzen insbesondere die Exporte, aber auch die Investitionen ab.

Rückgang der Nachfrage: Konzernauftragseingang fällt im zweiten Quartal um 43,2 Prozent
Das schwache wirtschaftliche Umfeld und die stark rückläufige Investitionsneigung beeinflussten die Auftragslage des Demag Cranes Konzerns im zweiten Quartal negativ. Der Auftragseingang ging um 43,2 Prozent auf 200,4 Mio. EUR zurück. Auf Halbjahresbasis lag der Rückgang aufgrund des stärkeren ersten Quartals bei 25,7 Prozent. Der Auftragsbestand nahm zum Stichtag (31. März 2009) auf Konzernebene verglichen mit dem Vorjahr um 12,6 Prozent auf 430,3 Mio. EUR ab.

In der Segmentbetrachtung machten sich die Folgen der sich in der Berichtsperiode verschärfenden Finanz- und Wirtschaftskrise auch stärker im Bereich Industriekrane bemerkbar, da das Segment als spätzyklisch gilt. Der Auftragseingang sank im zweiten Quartal deutlich um 52,0 Prozent auf 94,7 Mio. EUR, da Investitionsentscheidungen zeitlich gestreckt werden. Berücksichtigt man jedoch, dass im zweiten und dritten Quartal 2007/2008 überdurchschnittlich viele Aufträge für Prozesskrane generiert wurden, relativiert sich zum Teil die schwache Entwicklung im Vorjahresvergleich. Auf Halbjahresbasis reduzierte sich der Auftragseingang um 28,7 Prozent. Der Auftragsbestand lag zum 31. März 2009 bei 291,1 Mio. EUR.

Im Segment Hafentechnologie hat sich das wirtschaftliche Umfeld im Bereich der internationalen Häfen tendenziell noch verschlechtert. Hafen- und Terminalbetreiber verschieben ihre Investitionen nach wie vor. Davon betroffen sind insbesondere Großprojekte. Hieraus resultiert ein Rückgang beim Auftragseingang um 51,9 Prozent im zweiten Quartal und um 45,6 Prozent im ersten Halbjahr 2008/2009. Der Auftragsbestand sank um 32,7 Prozent auf 86,1 Mio. EUR.

Im Segment Services verringerte sich der Auftragseingang im Halbjahresvergleich nur leicht von 167,3 Mio. EUR auf 161,9 Mio. EUR. Im zweiten Quartal 2008/2009 wurden Aufträge im Wert von 71,5 Mio. EUR generiert. Der Auftragsbestand lag zum 31. März 2009 bei 53,1 Mio. EUR und damit rund drei Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Konzernumsatz im Halbjahr nahezu konstant – leichter Rückgang im zweiten Quartal
Im ersten Halbjahr 2008/2009 konnte der Demag Cranes Konzern mit 571,2 Mio. EUR in einem deutlich schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld einen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstanten Umsatz erzielen. Getragen wurde diese Entwicklung vom Segment Industriekrane. Der Quartalsumsatz verringerte sich jedoch im Vergleich zum zweiten Quartal 2007/2008 um 4,8 Prozent von 281,6 Mio. EUR auf 268,2 Mio. EUR.

Das Segment Industriekrane realisierte im ersten Halbjahr 2008/2009 eine Umsatzsteigerung von 9,7 Prozent auf 301,0 Mio. EUR. Wachstumstreiber waren dabei hauptsächlich die Produktlinien Prozess- und Standardkrane. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2007/2008 konnte der Umsatz um 11,4 Prozent auf 147,5 Mio. EUR erhöht werden. Der Halbjahresumsatz im Segment Hafentechnologie lag bei 110,8 Mio. EUR und damit im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres um 19,4 Prozent schwächer. Im zweiten Quartal 2008/2009 hat sich die bereits im ersten Quartal erkennbare und kommunizierte negative Umsatzentwicklung mit einem Rückgang von 33,9 Prozent weiter fortgesetzt. Im Segment Services lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2008/2009 mit 159,3 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal 2008/2009 wurden Umsätze in Höhe von 74,1 Mio. EUR erzielt.

Operatives Konzern-EBIT sinkt im zweiten Quartal um 43,3 Prozent; im Halbjahr um 22,2 Prozent
Der Demag Cranes Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2008/2009 ein operatives EBIT von 49,8 Mio. EUR. Der Rückgang um 22,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf das deutlich schwächere zweite Quartal zurückzuführen, in dem ein operatives EBIT in Höhe von 19,4 Mio. EUR erzielt wurde.

In der Segmentbetrachtung blieb das operative EBIT im Segment Industriekrane verglichen mit dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2007/2008 unverändert bei 22,7 Mio. EUR. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres ging das operative EBIT um 28,7 Prozent zurück. Derzeit werden kontinuierlich die im vergangenen Jahr im zweiten und dritten Quartal 2007/2008 bestellten Prozesskrane gefertigt und ausgeliefert, die deutlich geringere Margen haben als die Massenmarktprodukte Ketten- und Seilzüge. Darüber hinaus wurden in einigen Bereichen Produktionsreduzierungen vorgenommen, die zu einer geringeren Auslastung in der Fabrik führten; jedoch auch zu einer deutlichen Verbesserung des Working Capitals gegenüber dem ersten Quartal 2008/2009. Der Vorstand hat weitere – wie bereits Anfang März kommuniziert – Maßnahmen zur Kostenreduktion ergriffen: Neben dem fortgesetzten Abbau von Leiharbeitnehmern in diesem Segment wurde am 01. März 2009 für einige Bereiche Kurzarbeit bis zum 31. August 2009 angeordnet.

Im Segment Hafentechnologie sank das operative EBIT im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf minus 2,9 Mio. EUR. Hauptgründe für den Ergebnisrückgang um 10,1 Mio. EUR auf Halbjahresbasis und 8,8 Mio. EUR verglichen mit dem zweiten Quartal 2007/2008 sind ein niedrigerer Umsatz und weitere Produktionsreduzierungen, die zu einer geringeren Auslastung in der Fabrik führten. Beides sind Konsequenzen des schwierigeren Marktumfelds. Wie bereits Anfang März kommuniziert, wurden zur Kostenreduktion in diesem Segment ebenfalls weitere Leiharbeitnehmer abgebaut. Darüber hinaus wurde am 01. März mit Kurzarbeit begonnen, die bis zum 30. Juni 2009 andauern wird.

Im Segment Services wurden insbesondere im zweiten Quartal infolge der geringeren Kranauslastung bei unseren Kunden weniger Ersatzteile verkauft. Da das Ersatzteilgeschäft überproportional hohe EBIT-Margen generiert, resultiert hieraus im Quartalsvergleich ein Rückgang beim operativen EBIT um 21,3 Prozent. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2007/2008 reduzierte sich das operative EBIT um 12,2 Prozent auf 33,3 Mio. EUR. Die operative EBIT-Marge blieb im laufenden Geschäftsjahr bei über 20 Prozent.

Konzern finanziell gut aufgestellt – Cashflow im zweiten Quartal finanziert Dividende
Die klare Fokussierung auf Kostenkontrolle sowie Cash- und Working-Capital-Management hat sich für den Demag Cranes Konzern auch im zweiten Quartal ausgezahlt. Dies ist insbesondere auf die Etablierung wirksamer Controllingprozesse, die ein solches insbesondere bilanzorientiertes Management möglich machen. Finanzvorstand Rainer Beaujean betont: „Im sehr schwierigen zweiten Geschäftsquartal konnten wir einen Cashflow von knapp 30 Mio. EUR erwirtschaften, mit dem wir die deutlich erhöhte Dividendenausschüttung von rund 30 Mio. EUR für das abgelaufene Geschäftsjahr fast vollständig ausgeglichen haben. Die Nettoverschuldung ist weiterhin niedrig und die Eigenkapitalquote ist mit über 30 Prozent überdurchschnittlich. Damit ist der Konzern gut aufgestellt.“

Ausblick: Umfeld bleibt kritisch – weitere Kapazitätsanpassungen notwendig
Für das Geschäftsjahr 2008/2009 gibt der Vorstand unter den weiterhin extrem unsicheren allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter keine Jahresprognose ab. Infolge der sich nach wie vor häufenden konjunkturellen Negativmeldungen scheinen der weitere Verlauf und das Ausmaß der Krise momentan nicht absehbar zu sein. Prognosen der Bundesregierung und auch der großen Wirtschaftsinstitute werden anhaltend fast monatlich nach unten revidiert. Aus diesem Grunde sieht sich der Vorstand nach wie vor nicht in der Lage, dem Kapitalmarkt einen belastbaren Ausblick auf das Geschäftsjahresende zu geben.

Wie bereits mehrfach angekündigt wird der Vorstand auf eine Verschärfung der Wirtschafts- und Finanzkrise, verbunden mit negativen Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung des Demag Cranes Konzerns, angemessen und verantwortungsbewusst reagieren. Der deutliche Rückgang beim Auftragseingang in den Segmenten Industriekrane und Hafentechnologie im zweiten Quartal 2008/2009 macht nun Kapazitätsanpassungen notwendig, die nicht allein durch Kurzarbeit zu bewältigen sind. Entsprechend prüft der Vorstand aktuell weitergehende Maßnahmen, die zu Aufwendungen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe im laufenden Geschäftsjahr führen können.

Der Konzern ist aufgrund der revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 325,0 Mio. EUR, die eine Laufzeit bis Juni 2011 hat, voll durchfinanziert. Aus der Kreditlinie wurden per 31. März 2009 insgesamt 168,8 Mio. EUR in Anspruch genommen – davon 105,0 Mio. EUR als Barkredit und 63,8 Mio. EUR über die Nebenkreditlinie für Garantien. Derzeit hält die Gesellschaft zusätzlich liquide Mittel in Höhe von 79,7 Mio. EUR. Damit ergeben sich Nettofinanzverbindlichkeiten im Konzern in Höhe von 30,5 Mio. EUR.

Über die Demag Cranes AG
Die Demag Cranes AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen und Krankomponenten, Hafenkranen und Technologien zur Hafenautomatisierung. Services, insbesondere Instandhaltung und Modernisierung, sind ein weiteres Kernelement des Leistungsspektrums. Der Konzern ist in die Geschäftsbereiche (Segmente) Industriekrane, Hafentechnologie und Services gegliedert und verfügt mit Demag und Gottwald über starke und etablierte Marken. Demag Cranes sieht seine Kernkompetenz in der Entwicklung und Konstruktion technisch anspruchsvoller Krane und Hebezeuge sowie von automatisierten Transport- und Logistiksystemen in Häfen, der Erbringung von Serviceleistungen für diese Produkte und der Fertigung hochwertiger Komponenten.

Als globaler Anbieter produziert Demag Cranes in 16 Ländern auf fünf Kontinenten und betreibt über Tochtergesellschaften, Vertretungen und ein Joint Venture ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz mit Präsenz in mehr als 60 Ländern. Im Geschäftsjahr 2007/2008 erwirtschafteten 6.093 Mitarbeiter einen Umsatz von 1.225,8 Mio. EUR. Die Demag Cranes Aktie (WKN: DCAG01) ist seit Ende Juni 2006 im Prime Standard der Deutschen Börse an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und unter anderem im MDAX®-Aktienindex gelistet.

Demag Cranes AG. We Can Handle It.


 

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